Einen Menschen zu lieben heißt: ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.

(Fjodor Dostojewski)

Das Geheimnis der Akzeptanz

Der Begriff der Akzeptanz kommt vom lateinischen „accipere“ und bedeutet annehmen, gutheißen, einverstanden sein. Akzeptanz ist im Gegensatz zum bloßen Dulden eine aktive Haltung, da sie ein zustimmendes Werturteil beinhaltet. Im Laufe des Lebens gelangten wir von der Ablehnung über das Dulden (Toleranz) zur Akzeptanz und letztendlich zur Liebe. Die Akzeptanz ist die Brücke zwischen dem passiven Erdulden und der umwandelnden Kraft der Liebe.
Akzeptanz beginnt bei uns selbst, denn wie könnten wir andere akzeptiere, wenn wir nicht einmal uns selbst annehmen können. Doch was ist Selbstakzeptanz? Sie bedeutet. Dass wir uns so, wie wir jetzt sind, mit allen Eigenarten annehmen. Dieser Zwischenschritt hilft uns, uns in unserm „Sosein“ zu entspannen. Letztendlich bedeutet Selbstakzeptanz nichts anderes, als das unbegrenzte Selbst in uns zu akzeptieren. Doch dazu müssen wir unsere Bewertungen loslassen. Denn durch sie binden wir unsere Aufmerksamkeit an den Gegenstand der Bewertung, und sie steht nicht zur Verfügung, damit wir das wahre Selbst in uns spüren.
Bewertung ist also der Gegenspieler der Akzeptanz. Ein nicht hinterfragter Verstand ist nichts anderes als ein Mechanismus voller Urteile, der durch seine Bewertungen, Emotionen, Zuneigung, Ablehnung, Anhaftung und Abstoßung erzeugt, der nichts anderes im Sinn hat als zu bewerten, was uns das eigene Selbst vergessen lässt. Bewertung verengt unser Blickfeld, Akzeptanz erweitert es. Akzeptanz beginnt damit, Zeuge zu sein, wahrzunehmen, anzuerkennen, was sich im Jetzt zeigt, ohne irgendwo festzuhängen.
Nun erleben wir uns immer wieder als Menschen voller Fehler und Unzulänglichkeiten. Die Dinge laufen nicht immer so, wie sie sollten. Manchmal glauben wir sogar, im falschen Film gelandet zu sein. Vielleicht kennen Sie noch die Sketche mit dem HB-Männchen, das es vor Ärger in der Luft zerreißt. Dieses Beispiel zeigt uns, dass Nichtakzeptieren keine Vorteile bringt, weder bei uns noch bei anderen. Im Gegenteil : Nur Akzeptanz bietet den Schlüssel zur Wandlung. Warum? Weil die Natur von sich aus das Bestreben hat, die Dinge zu vollenden. Weil die Natur heilt, sobald wir in die Akzeptanz gehen und ihr demzufolge nicht mehr im Wege stehen.
Deshalb ist es wichtig, sich mit sich selbst zu versöhnen. Eine gute Selbstakzeptanz zu üben, sind die sogenannten Versöhnungsformeln. Hierbei betten Sie den Konflikt, in dem Sie gerade stehen, die Sache, die Sie gerade nicht wollen, die ungute Eigenschaft, die Sie an sich mögen, oder das Thema, das Ihnen Schwierigkeiten bereitet, in die folgende Satzformel ein. „Obwohl ich…(Konflikt, Sache, Thema, Eigenschaft), akzeptiere ich mich voll und ganz!“

Also zum Beispiel:

„Obwohl ich süchtig nach Schokolade bin, akzeptiere ich mich voll und ganz!“
„Obwohl ich mich überfordert fühle, akzeptiere ich mich voll und ganz!“
„Obwohl ich anderer Meinung bin als ein Partner, akzeptiere ich mich voll und ganz!“

Durch das Üben der Selbstakzeptanz versöhnen Sie sich mit sich selbst. Sollte die Versöhnungsformel nicht ausreichen, um den Konflikt zu beseitigen, können Sie die Lösung zusätzlich noch durch Klopfakupunktur unterstützen.
Es geht um Mitgefühl mit sich selbst, eine Geisteshaltung, die Sie einnehmen können. Mitgefühl ist nicht Mitleid, denn Mitgefühl hat nichts mit Leiden zu tun, sondern mit Selbstannahme. Wir empfinden Liebe und Mitgefühl dafür, wie es uns gerade im Leben ergeht und wo wir stehen. Selbstannahme bedeutet Lebensannahme, bedeutet ja zu sagen zum Leben, wie es ist.